HORCH EIN AUDI!

Audi und Trabi – dazwischen lagen Welten, zumindest politisch. Und doch wurzeln beide, der sonore Mittelklassetyp und das Kultauto mit der Duroplast-Karosserie, in Winningen an der Mosel. Hier wurde 1868 August Horch als Sohn eines Winzers und Schmieds geboren. Nach der Lehre beim Vater geht der 16-jährige Geselle auf die Walz, bildet sich ab 1888 am Technikum in Mittelweida (Sachsen) zum Ingenieur für Maschinen- und Motorenbau weiter und wird nach Erfahrungen im Schiffsmotorenbau 1896 Betriebsleiter von Carl Benz in Mannheim. In seiner Autobiographie schildert Horch eine Episode mit >Papa Benz<, der auf die Bitte um acht Tage Urlaub entgeistert fragt, wie er denn so lange aus dem Geschäft wegbleiben könne. Naja, Horch will heiraten, in Leipzig tauscht er mit Anna Schulz die Ringe.

1899 gründet er in Köln-Ehrenfeld die August Horch & Cie, wechselt 1904 nach Zwickau und wandelt die Firma in eine AG um. Nach einem Zerwürfnis mit den Teilhabern steigt er aus, gründet ein neues Unternehmen, verliert vor Gericht den Namensstreit und übersetzt >Horch< kurzerhand ins Lateinische: Audi. Das ist 1909 in Zwickau die Geburt der Renommiermarke. Horchs Verdienste? 1901 baut er als Neuerung ein Kurbelgehäuse aus Leichtmetall ein, 1903 den ersten deutschen Vierzylindermotor, 1921 initiiert er die Linkssteuerung.

Wie aber kommen die vier Ringe ins Spiel? Alleine können die >Audimobilisten< die Weltwirtschaftskrise nicht bewältigen. Die sächsischen Werke Audi, Horch, DKW und Wanderer fusionieren 1932 zur Auto Union AG unter dem nachmals berühmten Firmenlogo. Vom Leichtmotorrad bis zur Limousine ist alles unter einem Dach. Der Konzern steigt 1934 mit Chefdesigner Porsche in den Rennsport ein und liefert sich wilde Duelle mit Mercedes: Hans Stuck fährt drei Weltrekorde auf und davon, der jugendliche Rennfahrerheld Bernd Rosemeyer avanciert zum Publikumsliebling.

Ab 1940 ist Auto Union vollends Rüstungsschmiede, nach 1945 werden in der sowjetischen Besatzungszone die Besitzer enteignet, die Werke demontiert. Als VEB Sachsenring produzieren Audi und Horch nach kurzer Pause wieder – und 1958 ist das neue Volksauto da, der legendäre Trabi, dessen Karosserie aus Baumwolle und Phenolharz das ostdeutsche Straßenbild bestimmte. Der westdeutsche Audi fasst nach 1945 in Ingolstadt dank öffentlicher Finanzspritzen viel schneller Fuß, tut sich mit NSU zusammen und ist heute zu 100% eine VW-Tochter.

Das hat aber längst nichts mehr mit dem Firmengründer zu tun, der 1945 aus dem Aufsichtsrat ausscheidet. 1951 stirbt August Horch in Münchberg (Ofr.) Das Ehrengrab für den Ehrenbürger auf dem Winninger Friedhof kennt jeder Einheimische, das Heimatmuseum dokumentiert Leben und Werk (Mai-Mitte Nov. Mi, Sa 15-16.30 Uhr). Das Geburtshaus, nach wie vor in Familienbesitz, beherbergt Gäste (Tel. 22 84). Einige Horchs und Audis sind im Koblenzer Technikmuseum auf dem Ehrenbreitstein zu bestaunen – und natürlich im Zwickauer Automobilmuseum.

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