VON COCHEM BIS ZUR BURG ELTZ 2

Klotten und Burg Coraidelstein

Reiseatlas: S. 238, C 2 In Klotten findet das Urlauberherz alles, was es begehrt: einen schmucken Ortskern mit einer spätgotischen Kirche, die Rarität einer echten Seilschleppfähre, köstliche Steillagenweine, das Naturschutzgebiet Dortebach- tal, den Wild- und Freizeitpark auf der Anhöhe und ca. 90 Meter über dem Ort auf einer Bergkuppe die malerische Burgruine Coraidelstein. Kaiser Konstantins Römer überwachten von da oben die Mosel und unterhielten Nachrichtenstafetten, wie Flütten-, Brunnenreste und Keramikscherben nahe legen. Eine Keramikwerkstatt begründete 1952 Else Flarney (gest. 1985), Tochter des letzten Burgherrn, zusammen mit dem Töpfer und Schöpfer exquisiter Gefäße und Glasuren Wendelin Stahl, nach dessen Tod im Jahre 2000 Ayca Riedinger die Künstlertradition fortsetzt.

Burg Coraidelstein

Burg Coraidelstein

Rastlose Richeza

1040-47 lebte die Pfalzgrafentochter, Enkelin Kaiser Ottos II. und polnische Königswitwe Richeza auf der Stammburg der Ezzonen, allseits verehrt we-gen ihrer Mildtätigkeit. Nach dem Tod Mieszkos II. aus dem Flaus der Piasten, dem sie mit 16 Jahren vermählt worden war, floh sie vor den Unruhen aus Krakau und kehrte in ihre Heimat zurück. Noch als Leichnam wurde sie Opfer der Politik, da der Kölner Erzbischof Anno sie um des Besitzes des Klottener Guts willen auf seinem Territorium bestattete. Seit 1817 ruht sie im Kölner Dom.

2002 konnte Klotten auf Initiative des Pfarrers eine Reliquie der Seligen in die kath. Pfarrkirche St. Maximin übertragen (offen), die am Hang auf schieferig-schiefem Untergrund die Balance halten muss: romanisch mit aufgesetztem gotischen Geschoss ist der Westturm, polygonal der Chor, zweischiffig unter einem Sterngewölbe das Langhaus, dem eine fabelhafte Sandsteinkanzel die besondere Note gibt.

Vom Wild- und Freizeitpark (s. Tipp) gelangt man nach 1 km zum Märchenwald, dessen vermooste Häuschen auf Knöpfchendruck den Charme der 1970er entfalten, rastet im gleichnamigen Ausflugslokal (Öffnung nach Witterung) und läuft zum Sessellift auf dem Cochemer Pinnerberg. Beinah atemlose Begeisterung stellt sich ein, wie nahe sich doch immer wieder die Flussschleifen kommen und wie großartig die Ausblicke auf Land und Wasser sind!

Im Schutz des Martbergs: Pommern

Reiseatlas: S. 239, D 2 Geduldig fraß sich die Mosel vor Urzeiten durch den Devonschiefer und formte ein enges Tal, das rechtsmose- lanisch nicht mal eine Uferstraße trägt. Ein lauschiger Wanderweg, an den man von Klotten aus per Fähre an- docken kann, führt hier entlang bewaldeter Bergrücken nach Treis. Unterwegs wird das Naturschutzgebiet Pommerheld durchquert, ein Erlebnis nicht nur für bird watcher, die seltene Wasservögel beobachten können. Die mit Rebstöcken bepflanzte Sonnenseite des Tals mit Exklusivlagen wie »Pommerner Sonnenuhr«, ist erst wieder in Treis über die Brücke nach Karden zu erreichen.

Die Route links der Mosel ist auch nicht ohne Reiz. So bleibt man erst mal in Pommern hängen, dem Pomaria (= Obstgärten) der Römer, das mit steilen Gassen voller gepflegter Fachwerk- und Bruchsteinhäuser aufwartet und dessen Winzer offenbar zumeist Schneiders heißen. Das erzbischöfliche Burghaus (um 1400) mit Stockturm und Fachwerkgiebel und der Spilles, das Rathaus, sind bemerkenswert. Vollends entzückt aber das Flair des ältesten Pfarrhauses im Bistum Trier, ehern. Himmeroder Hof (1256). Die originelle Torbrücke ist mit der Empore der frühklassizistischen kath. Pfarrkirche St. Stephanus (offen) verankert, diese wiederum mit dem Glockenturm – und lässt den Pastor nie im Regen stehen.

Eine Reise in die Vergangenheit

Über dem steil abfallenden Mosel-, Pommerbach- und Brohlbachtal erstreckt sich der Martberg (Pommerer Mart), ein 270 m hohes Bergplateau. Koblenzer Archäologen suchten eine lange vermutete keltische Siedlung und entdeckten zahlreiche Spuren eines ums 2. Jh. v. Chr. entstandenen weiträumigen, einst mit einem Wall umwehrten oppidum, das bis ins 4. Jh. n. Chr. als gallorömischer Kultbezirk weitergenutzt wurde. Die Anlage war dem treverischen Haupt- und Stadtgott Le- nus Mars (daher Martberg) geweiht, der vornehmlich als Beschützer und Heiler galt. Rekonstruktionen der Tempelanlage erschließen das Terrain als touristische Attraktion.

Vom Zauber des Orts berührt, kann man sich nun auf dem weiträumigen Gelände in Zeiten zurückträumen, als hier oben Tausende von Menschen in einem Verwaltungs-, Handels- und Kultzentrum lebten, das der ganzen Region den Stempel aufdrückte (Info zu archäologischen Grabungen: www. martberg.de; Führung: Tourist-Info Ferienland Treis-Karden, Tel. 02672/6137; Ausstellung zur Ausgrabung: Bürgerhaus Alte Schule, Am Spilles, März-Mai Sa/So 10-19 Uhr, Juni-Okt. tgl.10-19 Uhr, Info: Tel. 02672/91 01 33).

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VON COCHEM BIS ZUR BURG ELTZ

Cochems Schatz ist außer einem schnuckeligen Ortsbild die Reichsburg, ein Bilderbuch-Bauwerk! Klotten wirbt mit Freizeitpark, Schiefer und dem Anblick der umwerfend malerischen Ruine Coraidelstein, Pommern mit einer Vorzugslage und Treis-Karden mit dem Weißen Riesen<. Malerisch präsentieren sich Müden und Moselkern, Münstermaifelds Stiftskirche und Burg Eltz sind absolut hitverdächtig.

Cochem

Reiseatlas: S. 238, C 3 Zwar sollen die Cochemer ihre lästigen Maulwürfe einst zur Strafe lebendig begraben haben, sind aber offenbar helle genug, einen touristischen Vorteil lange vor dem Boom zu ahnen. Das frappanteste Beispiel ist die Reichsburg Cochem. Der Berliner Fabrikant Jakob Louis Ravene (1823-79) hatte sich zuerst in die Ruine Grevenburg weiter moselaufwärts verliebt, die Trar- bacher aber lehnten das Ansinnen eines Ortsfremden rigoros ab. Die Cochemer erkannten die einmalige Chance sofort und erhielten einen Blickfang, der seither Geld in die Kassen spült.

Die Reichsburg

Ums Jahr 1000 von Pfalzgraf Ezzo auf einem exponierten Schieferkegel vor dem Eifelhinterland optimal platziert, Reichslehen bis 1294, von König Adolf von Nassau aus Geldnot an Kurtrier verpfändet, blieb die Burg in allen Bauphasen bis zur Zerstörung 1689 durch des französischen Sonnenkönigs Truppen eine wichtige Bastion. Ravene ließ sie 1868-77 neugotisch romantisierend wieder erstehen, konnte das Burgherrendasein jedoch nur kurz genießen. Verewigt ist der Kommerzienrat im kostbaren Inventar, mancherlei Balkensprüchen und als Romanfigur Van der Straaten in Theodor Fontanes Roman »L’Adultera« (Die Ehebrecherin, 1880). 1942 wurde die Burg Volkseigentum, 1978 übernahm die Stadt die Immobilie, eine Reichsburg GmbFI kümmert sich nun um Rittermähler und andere Events.

cochem-reichsburg

Steil geht’s hinauf zur Burg, ein Shuttle-Bus (Mai-Okt. 10.30-20.30 Uhr) erleichtert die Exkursion. Rüstigen Spaziergängern sei der Weg über die Schloßstraße empfohlen. Wer allerdings erst das volle Panorama des Kreisstädtchens auf sich wirkten lassen möchte, sollte mit der Fähre nach Cond übersetzen und den Blick von der malerischen Bilderbuchburg hinweg auch die Moselpromenade entlangwandern lassen. Flier fällt am Ortsende Richtung Cochem-Sehl etwas erhöht ein leuchtend weißes Kirchlein auf, die Peterskapelle, 1680 zum Dank für die Errettung von der Pest in die Flur gesetzt und eigentlich dem Pestheiligen St. Rochus geweiht. Dem Alten Stadttor oder Mäusetor nahebei gaben nicht die bewussten Nager den Namen, sondern die Maut, die die Trierer Herren von den Moselschiffern eintrieben. Eine hier verankerte, spannbare Kette stoppte die Passage und ermöglichte legale Beute.

Stadtspaziergang

Der Cochemer Künstler Carlfritz Nicolay (gest. 1997) ist auf beiden Seiten der Brücke eindrucksvoll präsent: mit einer nach seinem Entwurf von Monika Nicolay-Bolle gestalteten Keramik an der Hauswand des »Weinhexenkellers« in Cond, eine erste gemeinsame Arbeit von Vater und Tochter. Auf dem Carl- fritz-Nicolay-Platz steht der »Lebensbaum der Stadt Cochem«. Die aus dem gleichen Material gefertigte Wand rekapituliert in einer Art Patchwork Stationen der Stadtgeschichte.

Die »Perle der Mosel«, in deren Gassen jährlich 2 Mio. Gäste promenieren, durchlebte ein ständiges Auf und Ab: Pest und Plünderung, Krieg und Kano-nendonner, am schlimmsten 1689 und nochmals 1944/45, als Bomben die Altstadt verwüsteten, einzig und allein wegen der strategisch wichtigen Bahnlinie, die hier im >Ellerlangen< Kaiser-Wilhelm- Tunnel verschwindet (s. S. 168). Auf dem alten Grundriss baute man stoisch wieder auf mit Sinn für Tradition und die Gäste, die ja wieder kommen sollten. Viele der rund 5500 Einwohner leben vom Aufschwung, der Mitte des 20. Jh. erneut einsetzte.

Der Bockbrunnen schildert eines der selbstironischen -Stückelchen«, die wie das Maulwurfsdrama der Stadt den Ruf eines zweiten Schilda einbrachten. Die kath. Pfarrkirche St. Martin (offen) wurde 1944 schwer beschädigt. 1997 erhielt sie eine prachtvolle Ober- linger-Orgel mit 42 Registern, darunter als humorvoller Gag ein “Riesling-Register«, dessen Bedienung ein Kästchen mit einer Flasche Wein und zwei Gläsern öffnet. Am schönsten stimmt von hier aus die Kirchgasse auf den winzigen Markt mit prächtigen Fachwerkbauten ein, mitsamt dem Brunnen des hl. Martin (1767) und dem Rathaus (1737). Dessen Tür weist noch immer ein Loch auf, was nicht den Zustand des Stadtsäckels beschreibt, vielmehr das 1923 volbrachte Werk eines Separatisten ist.

Cochem vermittelt eine eigenartige Spannung zwischen altfränkischer Behäbigkeit und moselfränkischer Leichtigkeit, einer innere Stärke, die der Touristenrummel nie zurechtgebogen hat. In vielen malerischen Winkeln ist das spürbar, selbst in der Fußgängerzone und auf den steilen Treppen. So gelangt man durch die Obergasse und über die Kapuzinertreppen hinauf zum 1625-92 erbauten Kapuzinerkloster und jetzigen Kulturzentrum mit großartigem Blick auf Ort und Burg. In das Kloster der »Knadeler« trat Martin von Cochem (1634-1712) als Novize ein, um dann in einem unruhigen, rei-selustigen Leben als wortgewaltiger Prediger und Volksschriftsteller bekannt zu werden.

Der mächtige Trierer Erzbischof Balduin (1307-54) stritt mehr mit dem Schwert als dem Wort, er modernisierte die Stadtbefestigung, zog die Mauern bis zur Burg hoch, elf Tore bewachten das Städtchen. Hinter Kempein, wo einst eine Burg Kemplone stand, geht’s treppab zum Enderttor. Das mittelalterliche Stadttor ist seit 1625 mit der »Alten Thorschenke« verzahnt, heute renommierte Gastronomie, einst verrufene Spelunke eines Rottmeisters, die der Landsknechtsführer mit Geldern aus Hexenprozessen finanziert haben soll.

Ob Liniusstraße, Bernstraße oder Oberbachstraße – Cochem weiß sich urig gut in Szene zu setzen. Auch aus der Luft! Möglich macht das eine Fahrt mit der Sesselbahn, deren Talstation über die Endertstraße in Unterquerung der Bahnlinie auch zu Fuß gut zu erreichen ist. Hier schwebt man dann auf den Pinnerberg zum Pinnerkreuz, das nach einem hier abgestürzten Schäfer namens Pinn benannt sein soll. Nach 18 Uhr, wenn die Busse abge-brummt sind, kehrt noch lange keine Abendstille in Cochem ein. Nun wird in den Lokalen stimmgewaltig der Gemütlichkeit zugeprostet. Warum sich aber nicht einfach mal ausklinken und ganz still für sich den Fluss genießen?

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Terrassen der Untermosel 4

Bruttig-Fankel von oben

Bruttig-Fankel von oben

Bruttig-Fankel

Reiseatlas: S. 239, D 3 Die Zwangsheirat zur Doppelgemeinde 1969 stieß vor allem in Fankel auf erbitterte Gegenwehr. Heute ist das Schnee von gestern, denn beide Orte verfügen über genug touristisches Potenzial, um auf diesem sensiblen Terrain punkten zu können. Der kleinere Partner konzentriert sich dabei auf das Marktplätzchen und die hinter einer herrlich verschachtelten Tordurchfahrt auftauchende kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Deren spätgotisches Kreuz- und Netzgewölbe wurde im 18. Jh. ornamental bemalt, das Interieur samt Empore barock angeglichen (offen). Heimelig sind hübsche Häuser in der Brunnenstraße, die ihr Fachwerk vor Wind und Wetter zum Teil noch durch Schwebegiebel schützen.

An Bruttigs Uferpromenade bietet das Bürgerhaus, ehern. Rathaus, erkennbar am runden Treppenturm und dem massiven Baukörper, seit 1619 al-len Wetterunbilden die Stirn. Früher verluden hier die Schröter, die Transportunternehmer jener Zeiten, den aus den Kellern der Winzer geholten Fass-wein auf die Schiffe (s. S. 24). Der Brunnen auf dem Vorplatz preist den Geist des Weins und des Humanisten Petrus Mosellanus (1493-1524) glei-chermaßen, der in Bruttig als Peter Schade auf die Welt kam. Der junge Griechischprofessor hielt 1519 bei der »Leipziger Disputation« der Professo-ren Martin Luther, Dr. Eck und Karlstadt die Eröffnungsrede und leitete das Streitgespräch. 1521 zum Rektor der Uni Leipzig berufen, sah er seine Moselheimat nicht mehr, in der Nikolaikirche ist er beigesetzt. Auf den Ort seiner Geburt verweist die Tafel am ufernahen, schmucken Fachwerkhaus, einem der wenigen mit einem Schwebegiebel.

Nahebei fallen beim 1659 aus verputztem Bruchstein erbauten Schunk- schen Haus die Volutengiebel ins Auge. In den Gassen schmiegen sich Fachwerk und Bruchstein aneinander, erhebt sich die kath. Pfarrkirche St. Margaretha (offen), deren Turm mit den wertvollen alten Glocken 1507, das Langhaus 1845/47 errichtet wurde.

Bahndamm ohne Sinn

An ein leidvolles Kapitel erinnert ein vom Senheimer Bildhauer Christoph Anders geschaffener Gedenkstein auf dem Friedhof hinter dem Gotteshaus. Bruttig wird von einem Bahndamm mit Viadukten durchschnitten, auf dem nie ein Zug fuhr. 1917 beschloss man eine zweite Trasse Koblenz-Trier als Trumpf gegen den ‘Erbfeind« Frankreich, vollendete aber nur das Teilstück Treis- Bruttig, d. h. einen Tunnel und den Anschluss. Die Nutzung der Bauruine war vielfältig und zumeist ratlos. Weinbau auf dem Damm, Champignonzucht im Tunnel und 1944 ein Dreivierteljahr lang ein grausamer Spuk. Damals mussten Zwangsarbeiter des >Außenlagers Kochern« des KZ Natzweiler-Struthof im Tunnel unter unmenschlichen Bedingungen Rüstungsgüter für die Firma Bosch produzieren.

Kreuzwegstationen stimmen auf die schlichte Kreuzkapelle (offen) über den Weinbergen ein, die im 18. Jh. einen Vorgängerbau ersetzte. Men-schenscharen versammelten sich hier anno 1580, als ein Komet am Flimmel die Region in Angst und Schrecken versetzte.

Nach Cochem

Reiseatlas: S. 238/39, C/D 3 Zwei Wege führen uferlang nach Cochem: Ganz im Ernst verfügt Ernst über eine Reihe schnuckeliger Winzerhäuser und gleich dem bergig betonten Valwig am anderen Ufer über das Kleinod einer Kirche von Johann Claudius von Lassaulx (s. S. 39). Valwig wirbt außerdem mit dem durch die Weinberge flatternden Apollofalter, der einem naturkundlichen Wanderweg seinen Namen lieh. Weitere Vorteile dieser Hunsrückseite: Man könnte nach Valwigerberg zur gotischen Wallfahrtskapelle Unsere Liebe Frau (offen) abstechen, um von Cochem-Cond aus einen ersten Blick auf die malerische Reichsburg zu werfen.

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Terrassen der Untermosel 3

Auf die Burg

Der Aufstieg zur Ruine Burg Metternich führt zurück zu den Anfängen. Anno 1268 ist die Burg als Lehen der Herren von Braunshorn bezeugt, im 11. Jh. muss es hier oben eine Behausung gegeben haben, besiedelt war die Gegend bereits vor römischer Zeit. Der Platz war ideal, da man alles unter Kontrolle hatte, den Ort und das Tal. Was aber letztlich weder den Braunshornern nutzte, noch den Winneburgern oder den Metternichs. Mehrmals war das Städtchen in Scharmützel und Kriege verwickelt. Der Burg machte 1689 die Soldateska Louis XIV den Garaus. Graf Franz Ferdinand von Metternich zog um nach Koblenz. 1794 verlor Klemens Fürst von Metternich, der spätere kaiserliche Staatskanzler, seinen Moselbesitz an die französischen Revolutionäre. Heute ergeben der Burghof, die runden Ecktürme (14. Jh.), der fünfseitige Bergfried (um 1200) und die Reste des Palas ein friedliches Bild.

Moselblick von der Ruine der Burg Metternich

Moselblick von der Ruine der Burg Metternich

Ein Besuch bei der Schwarzen Madonna

Von der Burg aus gerade hoch, passiert man die stille Armsünderkapelle auf dem alten Hochgericht. Einige Meter weiter liegt einsam der Jüdische Friedhof, der Einblick in die Ortsgeschichte und Durchblick auf den Fluss gewährt. 1308/10 hatte Johann von Braunshorn das Recht erwirkt, zehn jüdische Familien anzusiedeln, Start für eine Ortstra- dition, die sich sporadisch an Familiennamen ablesen lässt, da die jüdische Gemeinde vor dem Pogrom 1938 schon stark geschrumpft war. Kein direkter Hinweis auf die ehemalige Synagoge, die nahe der »Winzerschenke« im Ghetto von ehedem steht und einer Galerie Bruchsteinambiente gibt.

Hier führt auch die filmreife Klostertreppe vorbei, deren Bau sich die Mönche mit einer Treppensteuer bezahlen ließen, als sie im 17. Jh. den Konvent und die kath. Klosterkirche St. Josef (1691-1738, offen) errichteten. Heute speist man im Klostergarten, dem ehern, klösterlichen Ostflügel oder auf der Terrasse und direkt unter dem Schutz und Schirm der lichtdurchfluteten Kirche, die ihre barocke Ausstattung bis hin zur 2002 restaurierten Balthasar-König-Orgel bewahren konnte. Touristen und Pilger suchen die Kirche wegen des Gnadenbilds der »Schwarzen Madonna« auf, dessen Typus auf die Verehrung der im Hohelied Salomos gepriesenen Königin von Saba zurückgeht. Spanische Soldaten, die während des Dreißigjährigen Krieges 14 Jahre lang in Beilstein hausten, sollen die Figur beim Abzug zurückgelassen haben.

Ellenz-Poltersdorf

Reiseatlas: S. 239, D 3 Falls die Fähre von Beilstein nach Ellenz-Poltersdorf nicht in Betrieb ist, bleibt nur der Umweg über die Brücke bei Senheim oder Bruttig. Ansonsten sollte man das Erlebnis nicht versäumen, sich mit einer Drahtseil-Fähre über den Fluss ziehen zu lassen. Böse Zungen behaupten, das Schönste an Ellenz-Polterdorf sei der Blick auf Beilstein. Der Doppelort mit Häuserzeilen aus properem oder verputztem Fachwerk ist aber selbst im direkten Vergleich durchaus attraktiv. Und sei es nur die originelle Tordurchfahrt in Poltersdorf mitten durch den spätgotischen Kirchturm der 1952 neu errichteten kath. Filialkirche St. Andreas, oder in Ellenz das ehern. Rathaus mit dem steilgiebeligen Fachwerk und das Warsburger Burghaus mit dem ellenlangen Schornstein, das einst die Ritter von Ellenz besaßen.

Auch wenn die in den Weinbergen hockende alte Martinskirche »im Elend« heißt, hat das nichts mit dem Zustand des Orts zu tun, sondern bezieht sich auf die gleichnamige Flur, die sich aus dem Wortstamm »in fremdem Land« ableiten lässt. Die neugotische kath. Pfarrkirche St. Martin im Tal birgt unter ihrer Bruchsteinhaut eine Kostbarkeit: Das venezianische Tafelbild »Sacra Conversazione« (1480) gab Graf Graf Franz Ferdinand von Metternich-Win- neburg-Beilstein offenbar in die Obhut der Sebastianus-Bruderschaft für die 1624 am Eilenzer Moselufer errichtete Kapelle. Damals litten beide Dörfer schwer unter der von Soldateska eingeschleppten Pest, ein weiterer Schicksalsschlag in der wechselvollen Geschichte von Ellenz-Poltersdorf, die einst verheißungsvoll als reichsunmittelbares Königsgut begonnen hatte (beide Kirchen Sa/So offen; Schlüssel: R. Berresheim, Weingartenstr. 1, Tel. 02673/18 82; Sebastianuskapelle: Schlüssel W. Conzen, Tel. 16 79).

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Terrassen der Untermosel 2

Bremm

Reiseatlas: S. 238, C 3 Die Michaelskapelle am Wegrand erinnert an eine mittelalterliche Love Story. Nicht immer entsprach das Gelübde adeliger Fräulein dem eigenen Willen, sondern galt eher dem Erbe wie im Falle der Elsa von Treis, die ein böser Oheim ins Kloster Stuben verbannte. Ritter Gottlieb von Schwanau stiftete das Kirchlein, nachdem er in einer Befreiungsaktion sich und die Geliebte durch Wind, Wetter und Moselfluten hier ans Ufer retten konnte.

Das steil zum Fluss sich neigende Bremm ist wie all die Winzerorte rund um den Petersberg eine Siedlung vor der ersten Jahrtausendwende. 2002 wurde es als schönstes Dorf in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet, ein wertvolles Kompliment für die gelungene Sanierung der gepflasterten Gässchen und beschaulichen Winkel, Bruchsteinhäuser, Erker und Figuren, des heimeligen Fachwerks, mit Augenmerk auch auf Einzelobjekte wie das »Storchenhaus« (1686) am Moselufer. Schützend kath. Kirche St. Hilarius (offen) kombiniert einen spätromanischen Kirchturm mit einem hellbarocken Gotteshaus samt Renaissance-Marienaltar, Rokoko-Gestühl und Stumm-Orgel (1828). Hochinteressant ist die um 1510 errichtete Rochuskapelle gegenüber (Schlüssel bei Nachbarn) dank eines Wandbilds des 16. Jh. Stattliche Gebäude wie das St. Simeoner Hofhaus (16. Jh.) oder der Pyrmonter Hof (14. Jh.) gesellen sich hinzu.

bremm

Ediger steckt voller malerischer Winkel, hat man die lebhafte Uferpromenade zu den stillen Gassen hin verlassen. Reinhold Schommers prägte die Formel vom »Rothenburg der Mosel« und hatte dabei den mittelalterlich anmutenden Ortskern mit Bausubstanz aus dem 15.-18. Jh. im Sinn, nicht zu vergessen die Stadtmauer des 14. Jh. Der spätgotische Turm der kath. Pfarrkirche St. Martin gilt in der Fachwelt als Vorzeige- beispiel für eine stilgerechte Restaurierung. Seit 2003 erstrahlt er samt der Maßwerkbrüstung über einem Rundbogenfries, mit Bleikrabben, meisterhaftem Schieferhelm und goldverzierten Türmchen in sinnlicher Farbigkeit. Mit dem »majestätischem Geläut seiner historischen Glocken macht er nicht nur zum »Glockenfrühstück« (Infos im Haus Christoffel, s. u.) auf sich aufmerksam. Die mo-seltypische Hallenkirche aus der gleichen Epoche mit dem kunstvollen Sterngewölbe, 1951/52 um ein nördliches Schiff erweitert (offen), gab dem berühmten Steinrelief »Christus in der Kelter« (16. Jh.) eine neue Bleibe. In der Kreuzkapelle oben in den Weinbergen hält eine vorzügliche Kopie des »gekelterten Keltertreters» die alte ideelle Beziehung aufrecht, der barocke Kreuzweg verbindet sie mit Kirche und Dorf.

Senheim-Senhals

Reiseatlas: S. 238, C 3 Ein originaler Kelterstein ziert den Dorfplatz von Nehren, die >Römergräber< oder ‘Heidenkellen werben für den Ort. Man kann sie durch die Weinberge erwandern oder sich ihnen über die K 22 von oben her nähern. Die tempelartigen Schutzbauten sind weithin sichtbar, umgekehrt hat man von der exponierten Stätte aus die magischen Orte wie Petersberg und Hochkessel im Blick.

Senheim-Senhals, im Mittelalter urkundlich erwähnt, ist wohl wesentlich älter. Da Brandenburg und Preußen im 17. Jh. Güter vor Ort besaßen, sind beide Dörfer nach eigener Einschätzung die ältesten Preußen an der Mosel. Eine Brücke verbindet die Ortsteile. Neben der kath. Pfarrkirche St. Katharina mit dem romanischen Westturm überstand das Burghaus, ein Wohnturm von 1220 in der Brunnenstraße, eine Feuersbrunst von 1839 unversehrt. Das Domizil des Bildhauers Christoph Anders wurde auch zur künstlerischen Keimzelle für einen seit 1999 wachsenden Skulpturenpark Senheim.

Dank vorbildlich konservierter Häuser und der kath. Pfarrkirche St. Nikolaus präsentiert sich Mesenich stimmungsvoll und sympathisch bescheiden. Wie das benachbarte Briedern zeichnet es sich durch für die Region charakteristische Merkmale aus, wozu beider Kirchen mit romanischem Turm und barockem Schiff wesentlich beitragen.

Beilstein

Reiseatlas: S. 239, D 3 Beilstein ist reine Poesie: ein winziger Marktplatz, schmale Gässchen, schnuckelig restaurierte Häuschen, Torbögen, Winkel, die malerische Ruine Burg Metternich, steile Treppen hinauf zum einstigen Karmeliterkloster, einer der vielen göttlichen Blicke von der Klostercafe-Terrasse oder der Burg auf den vor sich hinträumenden Fluss und die Schieferdächer der kleinen Gemeinde, Weinberge, Wälder, Nachbardörfer – und massenweise Touristen. Das ‘Dornröschen« der Mosel zieht magisch an, jeder möchte es für sich selbst wach küssen. Das Kino hat es schon des Öfteren versucht, auch als Station von »Moselfahrt aus Liebeskummer«, charmanter allerdings als die literarische Vorlage.

Touristen trinken ihre Schoppen in urigen Weinstuben oder speisen in fein gedeckten Restaurants, bepacken sich mit Souvenirs und streben zurück zu den Ufer-Parkplätzen oder Ausflugsschiffen. Gewiss weiß man das hier alles, weiß, dass die Fremden kommen und gehen, sich mit Beilstein als Gesamtkunstwerk zufrieden geben. Anders ist es nicht zu erklären, dass eine Gemeinde mit einem komplett denkmalgeschützten Ortskern null Reklame dafür macht, etwa durch Infotafeln an bedeutsamen Bauwerken. Denn Beilstein ist wahrhaftig mehr als eine Filmkulisse. Hinter der Uferpromenade zeigt es seine Reize.

Nach dem Cafe-Restaurant »Altes Zollhaus« der klitzekleine Marktplatz, den Burgherr Johann von Braunshorn nach Abriss älterer Häuser 1322 für seinen mit Stadtrechten aufgewerteten Besitz anlegen ließ. Von der in die Anlage integrierten Christopherus-Kirche ist der Westturm original, Langhaus und Chor wurden im 18. Jh. barock umfrisiert, 1805 profaniert, 1984 zum Bürgerhaus mit Festsaal saniert. Das 1577 aus Bruchstein erbaute, ehern. Winneburger Zehnthaus daneben, eines der architektonischen Glanzlichter an der Mosel, wirkt mit dem fünfseitigen Treppenturm wie aus einem alten Märchen entsprungen.

Der Zehnthauskeller verheißt Genüsse des Weinguts Lipmann, das den Kelterraum zum Weinmuseum (Öffnung n. V.) umfunktionierte. Der Met- ternicher Hof, teilweise in Fachwerk errichtetes ehern. Amtshaus und Kellnerei der Herrschaft, durch einen Verbindungsgang mit der alten Kirche verzahnt, öffnet sich hinter dem Säulenportal von 1727 zum Restaurant-Cafe Haus Lipmann. Flankiert wird der bildhübsche Platz von der »Guten Quelle« gegenüber.

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NUR FLIEGEN IST SCHÖNER – WANDERN AM CALMONT

Vom Calmont schweben Gleitschirmflieger hinab. Touristen kraxeln über Stock und Stein den Klettersteig hinauf. Zum Calmont blickt jeder respektvoll hoch. Sein Name leitet sich wohl von lateinisch calvus mons (kahler Berg) oder calidus mons (heißer Berg) her. Weitaus mehr als der »steilste Weinberg Europas«, ist er Symbol menschlicher Tugenden wie Hartnäckigkeit, Ausdauer, Pflege und Hege unter schwierigsten Bedingungen. Neuerdings kennzeichnet das Calmont-Logo hochwertigen Steillagen-Wein.

Calmont aus Bremmer Sicht

Calmont aus Bremmer Sicht

Hautnah erleben Wanderer, was Weinbau in extremen Lagen bedeutet. Bis zu 65° beträgt der Steigungswinkel am Calmont. Seilgesichert führt der Pfad am ‘Abgrund« entlang und über Treppen und Leitern in rebenbestockte Kaulen (Kuhlen), passiert Terrassen über Terrassen mit den von Menschenhand errichteten Trockenmauern. Mit etwas Glück darf man mit der Monorackbahn eines Winzers hochfahren, einem in der Schweiz patentierten Zahnradwunder zur Bewirtschaftung von Steillagen. Stoisch versperren ihre Besitzer der Wildnis den Weg, rekultivieren den Boden für exzellente Weine.

Während die »Alpinisten« in die »Bremmer Todangst«< einsteigen, früher bei Hochwasser die einzig sichere Verbindung nach Eller, ziehen auf dem Fluss Lastenkähne ihre Bahn. Unvergessliche Blicke öffnen sich auf die Moselschleife, den Petersberg und die malerische, verletzlich wirkende Klosterruine tief unten.

Start der Wanderung: Bahnbrücke bei Eller, Wendeplattform in Bremm, zurück auf dem Moselhöhenweg. Im »heißen Berg« für Wasservorrat sorgen!

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Terrassen der Untermosel

VON ALF BIS BRUTTIG-FANKEL

Nach Alf und der Burg Arras taucht am Moselkrampen der Calmont als steilster Weinberg Europas am Horizont auf, entpuppt sich der Petersberg als einmalig, das klitzekleine Beilstein als reinste Moselromantik. Bruttig-Fankel liegt am Ausgang lauschiger Täler, die alpinistisches Hunsrück-Hopping überbrückt, will man nicht die Moselmäander ausfahren.

Alf und Bullay

Reiseatlas: S. 238, C 3/4 Eine amerikanische Fernsehserie um ein gleichnamiges, liebenswert-boshaftes außerirdisches Monster bescherte Alf zeitweise ungeahnte Popularität. Nach anfänglicher Belustigung waren die Einwohner die touristische Schützenhilfe bald Leid, da Alf-Fans ständig das Ortsschild klauten. Das Dorf mit den schmucken Fachwerkhäusern hat so gar nichts Extraterrestrisches an sich. Ganz bodenständig schmiegt es sich an eine pittoreske Uferpromenade und windet sich leicht bergauf ins Alftal hinein, wo man unbedingt abstechen sollte, um der Burg Arras mit ihren liebenswürdigen, dem früheren Bundespräsidenten FHeinrich Lübke verwandten Flerrschaften einen Besuch abzustatten, im Burghof zu sitzen und den malerischen Blick ins Alftal zu genießen.

Über die Wipfel reicht die Sicht vom Bergfried der über 1000 Jahre alten Burg, deren erste Fassung die Pfalzgrafen gegen die wüsten Normannen errichteten. Angesehene Rittersleut wie die Metzenhausen oder die Zandt waren hier zuhause. Unbewohnbar war die Burg nach 1689, ging durch mehrere Flände und wird nun, sehr schön instand gehalten, als Museum, Flotel und Restaurant vom Ehepaar Keuthen geführt, das Onkel FHeinrich auch ein Gedächtniszimmer reserviert hat.

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Alf

Bullay gegenüber liegt etwas im Schatten der renommierten Moselorte. Zwei Fiighlights machen das Dorf am Zeller Flamm vor allem für Bahnfreaks interessant, wobei Nostalgie- und Flightech-Gefühle gleichermaßen bedient werden. Da ist die zweistöckige kombinierte Eisenbahn- und Straßenbrücke, 1879 als technisches Meisterwerk gepriesen und bundesweit noch immer die einzige ihrer Art, da ist der 2003 fertig gestellte Umweltbahnhof: barrierefrei, Sonnenkollektoren auf dem Dach, ausgezeichnet vom Bund Deutscher Architekten.Ein wenig steril wirkt das Ganze, aber im alten Bahnhof nebenan lockt das Bistro »Lok 44« mit einer geschmackvollen Jugendstileinrichtung.

Neef

Reiseatlas: S. 238, C 3 Die Moselschlinge um den Petersberg mit der Peterskapelle obenauf ist von solch landschaftlicher Schönheit und hohem kulturellem Reiz, dass es gute Gründe für eine Art Vogelschau gibt, bevor man die Weindörfer im Detail betrachtet. In Neef ist erst der Petersberg, dann nur der Friedhof ausgeschildert, den man entlang eines abenteuerlich an der Felskante geführten, geteerten Wegs erreicht. Besser also zu Fuß hinauf! So mussten die Neefer in alten Zeiten das Baumaterial für die Peterskapelle nicht nach oben schleppen. Dafür sollen Geistgestalten gesorgt haben, die ein Zeichen geben wollten, die Kirche nicht im Dorf zu lassen, sondern sie auf den Berg zu setzen.

Eine ‘Geisterstimme« versetzt ahnungslose Touristen in den verwinkelt engsten Gassen von Neef womöglich in Schrecken, ist aber nur der Ortsbürgermeister, der über eine Lautsprecheranlage wichtige Lokaltermine kundtut. Der schmucke Ort profitiert aber noch viel mehr von seiner reichen Bausubstanz, mit dem nahe am Wasser gebauten, spätromanischen Burg-haus der Sponheimer als Vorzeige- objekt.

Voller Klasseobjekte ist das sehenswerte Ofen- und Puppenmuseum von Kurt Bergen, das auch von Holz- und Blechspielzeug bevölkert ist (Neugartenstraße 6, Juli-Okt. 10-15 Uhr, Tel. 06542/221 54).

Eine Kultstätte von jeher, von Legenden umwoben, mit einem falls nicht ver- buschten, dann sagenhaften Blick vom Friedhof und vom »»Eulenköpfchen« aus. Mit dem Nonnenkloster Stuben, dessen Ruine am Fuße des Bergs sichtbar steht, entstand die Peterskapelle (offen), deren Chor aus dem 12. Jh. stammt. Sie ist noch immer Neefs Friedhofskirche. Der schon damals angelegte Bergfriedhof wird bis heute von der Ortsgemeinde genutzt. In den Weinbergen fand man ein fränkisches Gräberfeld. Zahlreiche Kleinfunde deuten auf eine spätrömische Befestigung hin. »Sieben Fußfälle«, die Urform der Kreuzwegstationen, führen restauriert von der Klosterruine auf die Anhöhe, und zollen damit dem alten Brauch des Gebets Tribut (s. S. 35).

Kloster Stuben

Reiseatlas: S. 238, C 3 Im Umkreis des Klosters Stuben soll es früher viele Nachtigallen gegeben haben. Kaiser Maximilian I. habe ihnen auf seiner berühmten Reise zum Reichstag in Trier 1512 entzückt gelauscht. Der Sage nach hatte der hl. Bernhard die Vögel gebeten, das Eifel-Kloster Himmerod zu verlassen, weil sie mit ihrem Tirilieren die Zisterzienser von der Kontemplation abhielten. In Stuben hätten sie sich dann als Lehrmeister der adeligen Nonnen erwiesen, um deren Lobgesang es nicht zum Besten bestellt gewesen sei. Das 1137 gegründete Augustinerinnenkloster war bis zur Umwandlung in ein freies Damenstift 1789 der Abtei Springiersbach unterstellt (s. S. 159). Bis 1794 hütete man als Heiligtum ein heute im Domschatz von Limburg/Lahn aufbewahrtes byzantinisches Kreuzreliquiar (Staurothek), das der Kreuzritter Heinrich von Ulmen 1204 aus Konstantinopeis Hagia Sophia entwendet und Stuben geschenkt hatte. Von der Herrlichkeit blieben nur Außen-mauern der 1687 neu erbauten Kirche und Reste der Kreuzkapelle.

St. Aldegund

Reiseatlas: S. 238, C 3 Über der Staustufe liegt kurz vor dem nächsten Moselmäander das südländisch heitere St. Aldegund, »dessen Christopherusstraße mit dem bekannten Christopherushaus von 1473/ 1710 eines der schönsten Fachwer- kensembles der Mosel darstellt«, wie der Mosel-Autor Reinhold Schom- mers eine der Attraktionen seines Heimatorts beschrieb. Die neugotische kath. Kirche prägt das Ortsbild, die spätromanische Alte Kirche in den Weinbergen aber ist die wahre Königin (Schlüssel bei F. Sussong, Auf der Teusch 4). Das empfand auch das Kunstsammler-Ehepaar Peter und Irene Ludwig aus Aachen, als es durch Zufall erfuhr, dass zwei seiner Stücke – eine Kanzel und der Epitaph für den Aldegunder Vogt Nikolaus Ruitz – aus diesem malerisch-schlichten Gotteshaus stammten. Voller Begeisterung über die herrliche Lage ließen sie 1967-71 die baufällige Kirche komplett sanieren und schenkten der Gemeinde beide Kunstwerke – gegen das Versprechen eines Grabplatzes. Und so ist Peter Ludwig, Weltbürger, Mäzen und Stifter bedeutender Museen (s. S. 208), seit 1996 an dieser kleinen Dorfkirche begraben.

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VON TRABEN-TRARBACH BIS ZELL 6

Ausflug in die Eifel

Die beiden Ziele in der Vulkaneifel, das Karmelitenkloster Springiersbach bei Bengel und das Kurstädtchen Bad Bertrich lassen sich von verschiedenen Punkten der Mosel aus ansteuern: Eher sanft geht es von Reil oder Alf aus durch die Täler der Alf in die Höhe nach Springiersbach bzw. die des Ueßbachs nach Bad Bertrich. Letztlich ließe sich das sogar zu einer Erkundung der Vulkaneifel bis hin zu den Maaren – wie Holz- und Pulvermaar bei Gillenfeld – ausdehnen, dorthin jedenfalls, wo die Alf entspringt.

Kloster Springiersbach

Reiseatlas: S. 238, B 4 Fünf Mühlen säumten einst die Alf- Ufer zwischen Höllenthal und Bengel, von denen die Reiler Mühle um 1800 als Schlupfwinkel der mordbrenneri- schen »Moselbande« ins Gerede kam. Die Historische Ölmühle Springiersbach wurde 2002 als Besuchermühle hergerichtet (Info/Führung: W. Debald, Tel. 06532/21 65, Gruppen ab 10 Pers.). Um 1960 hatte der letzte Schlö- der-Müller den nach hundert Jahren unrentabel gewordenen Betrieb aufgegeben.

kloster-springiersbach

Kloster Springiersbach am Südrand des Kondelwaldes feierte 2002 sein 900-jähriges Bestehen, allerdings nicht mehr als Augustiner-Abtei und auch nicht mehr in der ursprünglichen Form. Kurz vor der Auflösung 1802 wurde der Konvent in ein geistliches Ritterstift umgewandelt. Erst mit den Karmelitern zog 1922 neues spirituelles Leben ein. Dem Schrecken eines Großbrands bald danach folgte 1940 ein weiterer Schock, als das berühmte barocke Deckengewölbe der Stiftskirche einstürzte. Plötzliche christliche Tatkraft örtlicher Nazigrößen förderte das Wunder eines Wiederaufbaus noch im gleichen Jahr. Auch die flammenartigen Kartuschen der Deckenmalerei wurden damals neu geschaffen. Inzwischen ergaben Forschungen von Karl-Josef Gilles, dass Springiersbachs architektonische Vergangenheit stolzer ist als bisher vermutet. Schon um 1230 war auf einem Vorgängerbau eine gewölbte Pfeilerbasilika entstanden. Von den romanischen Ursprüngen blieb nur der großartige Kapitelsaal erhalten. Die >neue< Kirche und die meisten Klostergebäude stammen aus dem 17./18. Jh., auch die ehern. Klostermühle an der Alftalstraße, in Nachbarschaft der Ölmühle.

Bad Bertrich

Reiseatlas; S. 238, B 3 »Hinter den sieben Bergen« des Kon- delwalds liegt das 1947 zum rheinland- pfälzischen Staatsbad erhobene Bad Bertrich im Ueßbachtal und bringt Ruhe zunächst für den Leib. Naturwarm sprudelt die einzige Glaubersalztherme Deutschlands bei konstant 32 °C aus dem vulkanischen Gestein. Das nach dem Arzt Joh. Rudolf Glauber benannte Mineralsalz gilt als ideales Heilmittel für den Verdauungs- und den Bewe-gungsapparat. Seit Römerzeiten wird in Bad Bertrichs Therme gekurt.

Der Arzt und Struwwelpeter-Autor Heinrich Hoffmann, der 1849 das damals schon beliebte Kurstädtchen aufsuchte, spöttelte zwar über das »Miniaturbad«, »wo man glaubte, des Morgens gegen die grünen Bergwände zu stoßen« und fürchten müsse, »irgendeiner packt alles in eine Schachtel und trage es davon«. Gerade die kurzen Wege aber können ein Riesenvorteil sein, wenn auch das schluchtenartige Tal zuweilen etwas klamm wirkt. Spa-ziergänge in die Umgebung, etwa zum kleinen Kegel eines Schichtvulkans, der Falkenlay, oder zum Basaltstrom der Elfengrotte, bringen den Vulkanismus der Südeifel nahe.

Kurfürst Clemens Wenzeslaus beschenkte das Städtchen 1787 durch seinen Architekten Andreas Gaertner (Vater des berühmten Friedrich) mit einem kleinen, feinen Schloss im Moselklassizismus, das er für Sommer- und Jagdzwecke nutzte, und das nun als Kurhaus dient. Bad Bertrich ist weit über Kurkonzerte hinaus Tagungsort und kultureller Impulsgeber für die Region. So wurden 1891 im Kurfürstlichen Schlösschen der Eifelverein und 1992 die Clara Viebig Gesellschaft gegründet. Die der Eifel und Mosel in ihren Werken stark verbundene Dichterin wählte 1902-30 des Öfteren die Kur in Bad Bertrich zum Gesunden und Schreiben.

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VON TRABEN-TRARBACH BIS ZELL 5

Die Katz überall

Man begegnet dem possierlichen Tierchen auf Exkursion um und in Zell. Schaut man von der Kaimter Fußgängerbrücke über die Mosel hinweg zum Collisturm hinauf, scheint der bestockte Bergrücken nach Beobachtung des Archäologen Karl-Josef Gilles tatsächlich wie eine sprungbereite Katze aus-zusehen. Biegt man von der südländisch wirkenden Uferpromenade in die Marktstraße ein, sitzt in der überdachten alten Laaf (Marktlaube) ein buckelndes Raubtier auf dem Schwarze- Katz-Brunnen, den die dankbaren Einwohner 1936 ihrem heimlichen Wappentier stifteten. An der ehern. Ratsschänke indes reißt ein seltsam schnurrhaar- und ohrloses Wesen den Rachen auf, Opfer eines Zerstörungsakts von Neidern, die dem Winzer Bohn nicht gönnten, dass er 1929 einen Prozess zur Führung des Lagenamens »Zeller Schwarze Katz« gewann, während sie selbst keine Rebstöcke in den damals begünstigten Weinbergen besaßen.

Eine weitere Annäherung geschieht in dem Bewusstsein, nur wenige mittelalterliche Reste vorzufinden, obwohl Cella (lat. Gärkammer) damals schon existierte und vor die römische Zeit zu datieren ist. Zwei furchtbare Stadtbrände Mitte des 19. Jh. äscherten das historische Ortsbild bis auf wenige Gebäude ein. Zu diesen gehört rechts in der Balduinstraße 37 das spätgotische Haus Caspary (1532) mit dem vorspringenden Treppenturm. Links hinein in die Balduinstraße kommt man zum Rathaus (1881) mit Wein- und Heimatmuseum und am Lindenplatz zur spätbarocken kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul (1786-93), deren weiß-goldenes Interieur bis auf spätgotische Einzelkunstwerke (Madonna und Taufbrunnen) fast einheitlich den Zopfstil, die Übergangsperiode vom Rokoko zum Klassizismus, präsentiert.

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Ein paar Schritte weiter wird das Kurfürstliche Schloss, 1530-42 als Amtssitz für die erzbischöflichen Beamten erbaut, im 18. Jh. durch einen Mittelbau erweitert, nun größtenteils als Hotel genutzt. Ein Durchgang führt von der Schlossstraße in die Jakobstraße und dort zur ehern. Synagoge, die bis 1849 als Domestikengebäude Teil des Schlosskomplexes war. Um die Restaurierung des denkmalgeschützten Gebäudes, das in der Pogromnacht zwar geplündert, aber wegen der Gefahr für die angrenzenden Häuser nicht angezündet wurde, kümmert sich der Verein Freundeskreis Synagoge. Sie soll künftig die bisherige Ausstellung im Rathaus aufnehmen und als Konzert- und Begegnungsstätte für einen christlich-jüdisch-islamischen Dialog dienen.

Zum Zeller Hamm

Von der 1229 errichteten Stadtbefestigung, 1689 von französischen Truppen geschliffen, blieben nur zwei Türme übrig. Dem Viereckigen Turm im Tal des Zeller Bachs begegnen wir etwa auf halbem Weg steil hinauf zum weithin sichtbaren Wahrzeichen, dem Runden Turm (Pulverturm), der sich über dem Friedhof erhebt. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt. An einer alten Furt gelegen, drängen sich die Fläuser am Talausgang dicht am Ufer zusammen. Steigt man etwa 45 Minuten durch Schwarze-Katz- Weinberge bis zur Plattform am Collisturm hinauf, weitet sich die grandiose Aussicht zur Bullayer Doppelbrücke hin und zum Zeller Hamm hinüber, der den Bergsattel mit der Marienburg (s. S. 154) umspült. Dieser engste Moselbogen ähnelt tatsächlich einem Haken (lat. hamus). Auf den >Hamm< bezieht sich auch der am Katzenbrunnen verewigte Spruch Kurfürst Richards von Greiffenclau: »He steiht ferm wie en Zeller us dem Hamm« (Er steht fest wie ein Zeller aus dem Hamm), womit er Mut und Tapferkeit bei der Verteidigung Triers gegen Franz von Sickingens Truppen gelobt habe (1522/23).

Um sich noch mehr mit südwestlicher Sonne vollzutanken, mag man von der Zeller Kehr aus einen Spaziergang auf dem Kapertchen-Rundweg anschließen, und vielleicht dabei sogar Lust bekommen, sich einen so genannten >Aktionärsweinberg< zuzulegen.

Kaimt und Merl

Am Ufer gegenüber liegt der Stadtteil Kaimt, zu dessen Gemarkung die Marienburg gehört. Diesseits ist der Über-gang beinahe nahtlos zum Stadtteil Merl. Von der lebhaften Uferpromenade aus führen engste Gassen in den Kern des Winzerorts mit den spätmittelalterlichen, meist barock umgebauten Hofhäusern und ritterlichen Landsitzen, darunter der Springiersbacher Hof (Hauptstraße 58) und das Burghaus der Zandt von Merl (Zandtstraße 79), die als kurtrierische Vögte von besonderer Bedeutung für den Ort waren. Sie sollen von ihrem im Volksmund als >Klapperburg< bezeichneten Stammsitz aus im 17. Jh. die Verbreitung der Rieslingrebe in Merl und im Moseltal bewirkt haben. Die gotische Kirche des nur rudimentär vorhandenen Minori- tenklosters wurde im 19. Jh. zur Pfarrkirche St. Michael, die vormals dem Erzengel geweihte Kirche im Friedhof oben in den Weinbergen verfiel immer mehr. Einzig ihr fünfgeschossiger romanischer Chorturm ist erhalten, ist einer der schönsten im ganzen Moseltal, und überragt den Ort als legitimes Wahrzeichen.

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VON TRABEN-TRARBACH BIS ZELL 4

Pünderich und Briedel

Reiseatlas: S. 237, E 1 Pünderichs rund 1000 Einwohnern sagt man nach, sie zitierten bei Streitfällen immer gleich die Paragraphen. Den Uznamen »Gesetzkrämer« trugen die Untertanen des Kurfürstentums Trier aber dank eines fürs 17. Jh. fortschrittlichen Gesetzbuchs davon, das etwa wilde Abfallentsorgung als schweren Verstoß ahndete. Das scheint nachzuwirken: Pünderich ist ein Schmuckstück, geizt nicht mit engen Gassen voll kunstreichem Fachwerk (16.-18. Jh.) und blumenreichen Fenstern. Nach dem Besuch von Paul Stehlings barocker kath. Pfarrkirche St. Markus (1766), die den Kontrast des lichten Innenraums mit den warmen Holztönen der Rokokoaltäre und der kostbar-filigranen Stumm-Orgel (1813/15) geschickt ausspielt, lässt sich die Mischung von Natur und Kultur am Gestade der Mosel genießen.

Die idyllische Uferpartie lässt sofort Urlaubsgefühle aufkommen, so gut wie kein Verkehrslärm verfängt sich hier. Im Rücken hat man das eindrucksvolle Fachwerk-Ensemble aus Altem Rathaus des 16. Jh. mit dem charakteristischen runden Treppenturm. Das Alte Fährhaus von 1621 hält Thomas Kootz liebevoll instand, die Rosetten hat er nach Vorbildern teilweise handgeschnitzt ergänzt. Fratzen halten das Böse ab, Blumen symbolisieren Lebensfreude.

puenderich

Pünderich

Der Blick auf den Fluss umfängt die Szenerie am Ufer gegenüber: Zur Marienburg auf dem schmälsten Sattel des Zeller Hamms führen steile Treppen. Urlauber setzen hier über und kraxeln entlang des Weinlehrpfads empor zum Komplex aus Kirche und Jugendtagungshaus des Bistums Trier, das 1952-57 aus der Klosterruine erstand. 1515 hatte Erzbischof Richard von Greiffenclau das Kloster der Augusti- nerinnen aus politisch-kriegerischen Gründen dicht gemacht, seinen Verfall vorprogrammiert. Wählt man beim Aufstieg statt der Treppen die zweite Abzweigung links, kommt man zu einem Pavillon mit herrlichem Rundblick und einer Exklusivsicht auf das berühmte Eisenbahnviadukt (1876- 80) mit seinen 97 Bögen, erhascht vielleicht einen Zug vor dem Eintauchen in den Tunnel nach Bullay.

Falls ganz oben die Entscheidung für den direkten Weg links zum Prinzenkopf fällt, zeigt sich auf dem hölzernen Aussichtsturm, der den im Zweiten Weltkrieg zerstörten steinernen ersetzte, die Aussicht noch gewaltiger. Nahebei auf dem Heldenfriedhof mit weitem Blick ins Land dann ein erschütterndes Denkmal sinnlosen Sterbens junger Menschen, die im März 1945 bei der ‘Verteidigung« ihrer Stellungen zugrunde gingen. Zerstörungen Pünderichs geschahen in jener Zeit rein strategisch wegen der Eisenbahnlinie, denn hier wurde der Nachschub zur Front im Westen durchgeschleust.

Briedel

Nach Briedel gibt es statt der Uferstraße eine reizvolle Alternative auf der Anhöhe durch die Weinberge. Das »Briedeler Herzchen« als Logo macht die Orientierung leicht und unmissverständlich. Mit der Toplage wirbt der hübsche, Reben umrankte Ort, wartet auf mit einer stattlichen Palette an Fachwerkhäusern am Wasser entlang. Nicht nur beim »Herzchen« hat der Winzer und Küfer Waldemar Hensler über 20 Jahre seines Lebens Geburtshilfe geleistet. Geblieben ist ihm die Erinnerung an ein arbeitsreiches Leben, die Faszination eines-trotz der Eichenfäs- ser-Renaissance – aussterbenden Berufs und ein instruktives Wein- und Holzküfermuseum, in dem er allerlei Gerätschaften zusammengetragen hat, den Arbeitsalltag erklärt und im großen Holzfass anschließend die flüssige Probe aufs Exempel macht (Führung gegen Obolus, Tel. 06542/411 97).

Zell

Reiseatlas: S. 237, E 1 Im Gegensatz zum volkstümlichen Aberglauben brachte den Zellern ihre »Schwarze Katz« fraglos Glück. Gegen Mitte des 19. Jh. sollen drei Aachener Weinhändler beim Winzer Mayntzer den Keller wie allgemein üblich kräftig durchgetestet und drei Weine in die en-gere Wahl gezogen haben. Als es um die endgültige Entscheidung ging, sei das pelzige Haustier der Winzerfamilie auf eines der Fässer gesprungen und habe unter wütendem Fauchen niemanden mehr rangelassen. Top, ein Katzenurteil! Das Fass ging mit. Weitere Aufträge folgten, denn der neue Name »Zeller Schwarze Katz« für die Lagen Kapertchen und Petersborn schlug blitzartig ein. In den 1960er Jahren kam in der Krise des Mosel-Weinbaus auch diese Renommiermarke in Verruf, denn so viele schwarze Katzen wie Wein ab-gefüllt wurde, konnten auf Zeller Fässern gar nicht sitzen. 1971 zur Großlage geworden, die fast den ganzen Ort samt Merl und Kaimt umfasst, ist die »Zeller Schwarze Katz« nun wieder ein Qualitätssiegel, das sich aber nicht mehr wie ehedem auf die beiden Top- Lagen beschränkt.

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