VON COCHEM BIS ZUR BURG ELTZ 3

Treis-Karden

Reiseatlas: S. 239, D 2 Vom Martberg aus ist Karden durch die Weinberge und auf dem Kreuzweg zu erwandern, dessen Stationen oberhalb der Stiftskirche St. Castor am Stiftsbezirk enden (offen). Die drei- schiffige Basilika, eine romanisch-früh- gotische Schöpfung in mehreren Bauphasen ab dem 12. Jh., besitzt eine bemerkenswerte Ausstattung. Den Westturm schmücken zwei Sterne als Anspielung auf Bethlehem und das bedeutendste Kunstwerk, ein Dreikönigs- Altarretabel (um 1420) aus mittelrheinischer Terrakotta. Aus der Fülle ragen die beiden Altäre der Trierer Hoffmann- Schule, die Grablegung Christi (alle 17. Jh.) und die restaurierte dreimanualige Orgel Joh. Michael Stumms von 1728 heraus. Der gotische Kreuzgang ist vom Stiftsmuseum aus zugänglich. Das als Zehnthaus genutzte Gebäude (1238) zeigt nach überaus gelungener Renovierung christlich-kirchliche und gallo-römische Schätze, auch vom Martberg (Mi-Fr 14-17, Sa/So 10-12, 14-17 Uhr). Mit weiteren Stiftshäusern blieb das Gesamtumfeld erstaunlich authentisch, so die Stiftsschule und der 800 Jahre alte Wohnturm des Propstes, der Korbisch. Letzteres eine Verballhornung des Titels ‘Chorbi-schof«, den in der Frühzeit die Landbischöfe bzw. Archidiakone trugen, deren Trier fünf besaß.

Keinen Titel nahm Castor, Schüler des Trierer Bischofs Maximin, mit ins Grab außer dem Ruf eines Missionars unter römischer Herrschaft, wofür er heilig gesprochen wurde. Er soll in Karden die erste Gemeinde an der Untermosel gegründet, in einer Höhle gelebt, Wunder vollbracht haben – so ließ er einen aufsässigen, später reumütigen Moselfischer erst fast ertrinken, habe ihn dann aber gerettet – und hier gestorben sein (der Buchsbaum-Wanderpfad zweigt am Kompusköpfchen zur Höhle ab). Grabungen in der Krypta förderten 1966 Mauern einer karolingischen Basilika zutage, in die Erzbischof Wiomad im 8. Jh. die wundersam aufgefundenen Gebeine des Heiligen übertragen ließ. Noch monumentaler wirkt der >Moseldom< vom Treiser Ufer des Doppelorts, das saloppe -Weißer Riese« ist aus diesem Blickwinkel mehr als legitim!

treis-karden

Wunder verbucht Treis im Naturschutzgebiet Treiser Schock, das vor Urzeiten Tummelfeld eines Menschen schockenden Riesen war, den nur ma-gische Kiesel eines Einsiedlers in Schach und seiner Höhle halten konnten. In jüngerer Zeit gelang es nicht so leicht, das Böse zu bannen. Wie in Bruttig wurde das Bahntunnel-Terrain 1944 zur KZ-Außenstelle, die Spuren sind in Treis verwischt (s. S. 174). Menschliches Leid zum Ende des Zweiten Welt kriegs ließ sich nicht wegretuschieren, auch alte Bausubstanz fiel den Luftangriffen zum Opfer, darunter das Langhaus der Katharinenkirche. Den Bomben entging die kath. Pfarrkirche St. Johann Baptist, ein neugotisches Frühwerk des Architekten Johann Claudius von Lassaulx (offen), der außerdem die frühere Schule (Bürgerhaus) auf dem Vorplatz erstellte.

In die Hunsrücktäler

Reiseatlas: S. 239, D 2 Kreuzwegstationen leiten auf den Zil- lesberg mit der dem hl. Cyriacus geweihten Zilleskapelle (offen), ihren leuchtend abstrakten Fenstern und dem herrlichen Blick ins Moseltal. Auf dem Rückweg könnte man sich als Variante entlang sieben Stationen zu einer We gekapelle hangeln. Außerdem lohnen sich Ausflüge in die Hunsrücktäler des Flaumbachs und des Dünnbachs, deren Zusammenfluss die deutlich sich abhebenden Burgruinen Treis und Wildburg (privat) markieren, die auf dem schmalen Berggrat in Schutzfunktion hintereinander geschaltet waren.

Ein Augenschmaus ist die Tour ins Lützbachtal nach Lütz, wo die barocke kath. Pfarrkirche St. Maximin (1752/53, offen) mit romanischem Kirchturm lockt. Am Ortseingang erinnert neben einer Abraumhalde ein zugemauerter Schieferstollen an Bergwerkszeiten, die in den fünfziger Jahren endeten. Wanderer brechen von hier in die wildromantische Lützer Schweiz auf.

Burgen über Burgen

Malerisch ist die Moselfront in einem vielfach verschlungenen Tal, wo sich der Fluss gegen das ihn erdrückende Gestein wirft. Die Hochfläche des Maifelds auf der Eifelseite trägt kaum Wälder, zeigt in den Wintermonaten endlos abgeerntete Äcker und Wiesen. Im späten Frühjahr aber erblüht das Tal in Kontrasten, die ihm von Natur aus innewohnen. Die Dörfer am Fluss präsentieren selbstbewusst ihre baulichen Kostbarkeiten und verweisen stolz auf uralte geschichtliche Wurzeln. Lange abhängig von Klöstern und Adelsgeschlechtern, versuchen sie heute mit ihren Pfunden zu wuchern. Das ist immer noch zuallererst die Rebe und ihr köstlicher Extrakt.

Im Umkreis von Burgen, den Nachbarorten Brodenbach und Alken sowie Müden, Moselkern und Hatzenport auf der Eifelseite häufen sich die Ritternester fulminant. Wer ist die Schönste im ganzen Land? Natürlich Burg Eltz! Da müssen die anderen zurückstecken. Ansehen sollte man sich aber alle, soweit zugänglich. Manche klotzen hoch über der Mosel, andere verstecken sich in den Seitentälern von Eifel und Hunsrück und lauern dort den Touristen auf.

Zwischen Treis-Karden und Löf am linken Ufer bzw. Brodenbach und Alken rechts der Mosel gibt es keine Brücke, die Wahl zwischen Eifel und Hunsrück ist also zwingend. Ihre raue Schönheit zeigt die Terrassenmosel auf beiden Ufern – ein zweites Hingucken ist deshalb keinesfalls verkehrt!

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